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Hinter der Senkrechten: Warum weniger Hand mehr ist

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Schmerzhafte Kopf-Hals-Haltung: Hart in der Hand

Für heftige Diskussion unter Reitern und deren Zuschauer sorgt regelmäßig, wenn die Stirn-Nasen-Linie des Pferdes nicht senkrecht zum Boden oder leicht davor steht, sondern nach hinten zur Brust hin geneigt oder häufig leider auch gezogenist. Die Nase weicht nach hinten aus, ist beim Reiten „hinter der Senkrechten“.

Was das für das Pferd (gesundheitlich) bedeutet und wie der Reiter positiv etwas an der Kopf-Hals-Haltung verändern kann, erklären #AnnaHäfele, erfahrene Distanzreiterin und Gründerin der Plattform für artgerechten Reitsport Equidamus sowie Pferdetrainerin, Klassische Dressur- und Turnierreiterin  #SarahAnneRenner in dieser AUF TRAB-Folge.

Gründe, weshalb sich das Pferd „einrollt“  gibt es einige:

·       Überempfindlichkeit im Maul: Hier sollte man Zähne und Zaumzeug kontrollieren

·       Die  „moderne“ Zucht begünstigt, dass das Pferd schneller und leichter anatomisch hinter der Senkrechten kommt.

·       Die Hinterhand ist zu wenig aktiv, es wird zu wenig and die Hand heran getrieben.

·       Die fehlende Balance des Reiters und des Pferdes oder auch die mangelnde Kraft des Pferdes

·       Es ist in vielen Fällen aber vor allem eine harte oder unruhige Hand des Reiters. Das Pferd hat kein Vertrauen in die Anlehnung und entkommt dem, indem es sich einrollt.

Die schlimmste Form ist eine erzwungenen Kopf-Hals-Haltung hinter der Senkrechten, die „Rollkur“, oftmals auch erzwungen mit Hilfszügel. Da geht es nicht um eine  etwas zu engen Haltung, erklärt Sarah, sondern dabei werde  gezielt Druckeingesetzt, um das Pferd gefügig zu machen.

AUF TRAB will aufklären, fragt deshalb die Expertinnen nach praktischen Übungen und Tipps für eine feinere Hand. Anna rät einmal ohne Zügel oder einhändig zu reiten. Es reiche auch schon die Zügelschnalle in die Hand zu nehmen und so locker Schritt, Trab, Galopp zu reiten, auch um den unabhängigen Sitz zu überprüfen.

Es sei auch ratsam, die eigene Zügeleinwirkung mit einer Partner:in zu spüren, der als „Pferd“ das Reithalfter trägt. Um ein Gefühl für feine Hilfen zu bekommen, könne auch jeder einmal das Gebiss in die Hand nehmen: Mehr sollte man nicht in derHand haben.

Wichtig sei nicht zu glauben, dass man die Kopf-Hals-Position beim Pferd „einstellen“ muss. Wenn Reiter und Pferd losgelassen sind, die Hinterhand arbeitet und der Körper richtig funktioniert, entwickelt sich auch die passende Haltung. Oder, wie Sarah es treffend zusammenfasst: „Lass los vorne.“

Eine lehrreiche AUF TRAB-Folge über Rollkur, feine Hände, Vertrauen und die Verantwortung des Menschen, zuerst am eigenen Reiten zu arbeiten, bevor man dem Pferd eine ungesunde Haltung abverlangt.

Viel Hörvergnügen wünschen

#JuliaKistner und ihre Welshies , die sich wünschen, dass ihr AUF TRAB liked, kommentiert und weiterempfiehlt.

Musik- und Soundrechte: /musik-und-soundrechte/

Foto: Equidamus/ Bearbeitung AUF TRAB