Folge 315 · · 16 Min.

TTouches: Beruhigende Handgriffe

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Beruhigende Handgriffe, wenn es hektisch wird

Wie kann ich mein Pferd beruhigen, wenn rundherum Trubel herrscht, es beim Putzen unruhig ist oder partout nicht in den Hänger steigen möchte? Tellington-Practitioner #MartinLasser, zu Gast beim Podcast #AUFTRAB, empfiehlt hier, einen Platz zu suchen, wo sich das Pferd der Situation entsprechend bestmöglich entspannen kann und hier beruhigende TTouches von #LindaTellingtonJones anzuwenden. „Sie können Pferden in stressigen Situationen helfen, zur Ruhe zu kommen und ihren Körper bewusster wahrzunehmen“, erklärte Martin auf der #AproposPferd2026 im Gespräch mit dem #PodcastAUFTRAB.

Als beruhigenden TTouch nennt er etwa „Noahs Marsch“. Mit diesem streichenden statt kreisenden TTouch könne man zunächst spüren, wo ein Pferd verspannt oder besonders empfindlich ist. Auch das Abstreichen der Beine könne helfen, die Körperwahrnehmung und damit die „Erdung“ des Pferdes zu verbessern. Die ganze Handfläche liegt dabei samt Fingern entspannt auf dem Fell auf. Die Finger bleiben locker zusammen, ohne angespannt oder gespreizt zu sein. Das Handgelenk bleibt elastisch und folgt den Körperwölbungen des Tieres, ohne abzuknicken.

Bei berührungsempfindlichen Pferden kann man mit dem Handrücken anstatt der Handinnenfläche ruhig und gleichmäßig abstreichen. Das wirkt weniger dominant. Man setzt zum Beispiel beim Widerrist an, gleitet mit seinen Händen entlang der Wirbelsäule über den Rücken bis zur Kruppe und setzt an der Schweifrübe fort. Auch Vorder- und Hinterbeine kann man entsprechend abstreichen. Wichtig ist, dabei gleichmäßig zu atmen und langsam vorzugehen!

Beim Aufzäumen zeigt Martin, wie die sogenannte „eingerollte Muschel“ am Mähnenkamm die Entspannung des Pferdes fördert und sich so sein Kopf senkt. Ein hoch getragener Hals kann ein Zeichen von Stress sein, während das Absenken des Kopfes vielen Pferden hilft, loszulassen.

Auch für Situationen rund um Verletzungen und Koliken beschreibt Martin spezielle beruhigende TTouches. Eine besondere Rolle spielen dabei die Ohren.

Außerdem erklärt er, warum gerade bei nervösen Pferden vor dem Verladen oder vor dem Betreten einer fremden Halle der sogenannte Zickzack-TTouch über den Rücken hilfreich sein kann. Man spreizt seine Finger, mit denen man wiederum von vorne in Richtung Hinterhand im Zickzack streicht und dabei die Finger schließt.

Wichtig ist Martin, dass Tellington-Arbeit nicht bedeutet, dass das Pferd eine Behandlung „aushalten“ muss. Das Pferd soll reagieren, ausweichen und mitteilen dürfen, wenn ihm etwas zu viel ist. Respekt, Aufmerksamkeit und das genaue Spüren, wie es dem Pferd gerade geht, gehören für ihn wesentlich zur TTouch-Methode.

Viel Spaß beim „Hineinfühlen“ in diese AUF TRAB-Podcastfolge wünschen Julia und ihre Welshies.

Musik- und Soundrechte: /musik-und-soundrechte/

Fotos: Martin Lasser/Bearbeitung AUF TRAB