Neben Takt und Rhythmus ist die Atmung die Grundlage für Balance und Losgelassenheit und damit für gutes Reiten überhaupt, betont Marvin Vroomen, mobiler Trainer in klassischer Dressur. Mit der Atmung könne man gezielt Einfluss auf sein Pferd nehmen – oft sogar feiner als mit Bein oder Hand.
Die Atmung sei die meist unterschätzte Reithilfe, die direkt auf den Sitz, die Spannung und generell die Balance und Losgelassen des Pferdes einwirkt. Das Grundprinzip lautet: Durch bewusstes Einatmen sich aufrichten, leichter werden und damit „vorwärts“ zu signalisieren. Durch tiefes Ausatmen macht man sich schwerer, beruhigt das Pferd beziehungsweise kann es durchparieren.
Konkret kann man die Atmung bei Übergängen anwenden: Wenn man beispielsweise vom Trab zum Schritt bewusst ausatmet und damit tiefer einsitzt, pariert das Pferd oft ohne Zügelhilfe durch.
Um in die höhere Gangart Galopp zu wechseln würde man einatmen, sich so größer mache und Raum für Bewegung schaffen.
Wie im Yoga unterscheidet nutzt man auch die Tiefe der Atmung und deren Wirkung: Brustatmung aktiviert,während Bauchatmung beruhigt.
Wobei Reiten wie Tanzen sei, meint Marvin, „Du musst im Timing mit deinem Pferd sein.“ Die Atmung muss man möglichst gleichzeitig mit den Hilfen einsetzen, so können später können klassische Hilfen reduziert werden.
Wenn man durch Luftanhalten oder flacher Atmung das Pferd aus dem Takt und Rhythmus bringt, dann rät Marvin zu zählen. Im Schritt und Trab bewusst bis vier zu zählen. Im Galopp kommt man etwa mit „Da-da-dam“ zurück in den Takt.
Wichtig sei aber auch auf die Atmung des Pferdes zu achten. Etwa auf die Nüsternbewegung, auf die Atemfrequenz des Pferdes und auf das positive Abschnauben. Warnsignale sind schnelles „Pumpen“, ein Luft anhalten (Schildkröte) sowie angespannte Nüstern. In diesen Fällen heißt es Pause zu machen.
Tief durchatmen und anhören empfehlen Julia und die Welshies.
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Foto: Marvin Vroomen/Bearbeitung AUF TRAB