Klarer kommunizieren durch clickern
Und es hat „click“ gemacht – dann weiß das Pferd genau und sofort, wenn es richtig reagiert hat. Aber reicht dafür nicht ein Leckerli? Das Leckerli oder Krauli kommt natürlich nochdanach. Denn Verhalten muss sich lohnen – für jedes Gehirn, egal ob vom Pferd oder Menschen. Lernen funktioniert am Besten über positive Emotionen und Belohnungssysteme.
Mit dem Clicker kann man aber viel präziser und zeitnaher belohnen und klarer kommunizieren, meint die Tierärztin,Ethologin Dr. Barbara Schöning, die sich schon seit Ende der 80er Jahre mit dem Lernverhalten von Tieren beschäftigt.
Clickertraining sei kein Trend, sondern basiere auf solider wissenschaftlicher Lernforschung. Der Clicker sei neutraler, schneller und auch emotionsloser als das Lob mit der Stimme
Das Grundprinzip sei ganz einfacht :
- Pferd zeigt gewünschte Verhalten
- Click (Sekundärverstärker oder Signal)
- Belohnung (Primärverstärker mit echtem Wert – zum Beispiel Futter oder Kraulen)
Das Timing sei beim Clickern sehr wichtig:
- Der Click muss genau im richtigen Moment z.B. sofort nach der Akzeptanz von Hilfen kommen.
- Belohnung folgt kurz danach
- Am Anfang ist das Zeitfenster zwischen dem Clickern und der Belohnung besonders klein.
Damit der Clicker fürs Pferd einen Sinn ergibt, muss man ihn natürlich erst „aufladen“ und hier sei es wichtig
- eine ruhige Umgebung zu wählen
- nach dem Click sofort zu belohnen
- Viele Wiederholungen – ca. 100–500 – durchzuführen.
Der Click hat dann eine Bedeutung bekommen, wenndas Pferd sich beim Click zu Dir wendet.
Der häufigste Fehler sei zu spät zu clickern oder das Training zu lange auszudehnen oder es auch zu schnell zu steigern. Das verwirrt das Pferd. Falsch sei auch unerwünschtes Verhalten zu beachten, statt es zu ignorieren.
In dieser AUF TRAB -Podcastfolge verrät Barbara ihr Clicker-Hacks, etwa mit bekannten Übungen zu starten (z. B. Anhalten, Hufe geben) und die Trainingseinheiten wegen der Konzentration kurz zu halten.
Pausen gilt es einzuhalten, die essenziell für Lernprozesse sind. Auch sollte man nicht nur Futter, sondern ebenso Kraulen gezielt einsetzen.
Geclickert wird auch auf dem PFerd. Wenn allderings clickern beim Reiten zu viel Koordination erfordert kann man statt clickern mit der Zunge schnalzen oder ein eindeutiges Wortsignal geben.
Wer von Dr. Barbara Schöning mehr über Clickern erfahren möchte, kann die Verhaltensforscherin über ihre Hundeschule Struppi & Co erreichen. Barbara hat auch ein Buch „Clicker-Training“ für Pferde beim #Kosmos-Verlagveröffentlicht.
Viel Clicker- und Hörvergnügen wünschen Julia und die Welshies, die sich freuen würden, wenn ihr uns weiterempfiehlt.
Musik- und Soundrechte: https://auftrab.eu/index.php/musik-und-soundrechte/
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Foto: #Barbra Schöning /Bearbeitung AUF TRAB